Ricklingen / Kneippweg

Ricklingen / Kneippweg

Zitat NP 18.12.2016

Unterkunft bleibt nur drei Jahre
Entscheidung für Standort Kneippweg ist gefallen / Parksituation bleibt vorerst ohne Lösung
 Jetzt endlich, nach monatelangem Hin und Her, soll Klarheit herrschen am Kneippweg: Die neue Unterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber besteht maximal für drei Jahre. Das ist das letzte Wort aus dem städtischen Baudezernat, nachdem zuletzt Anwohner, Politiker und auch das Finanzressort in der Stadtverwaltung mit teils widersprüchlichen Aussagen miteinander in Streit gerieten. Eine verlängerte Nutzungsdauer von bis zu zehn Jahren war jüngst zwar noch im Gespräch gewesen – „aber diese Verlängerung wird es nicht geben“, verkündete Stadtbezirksmanager Joachim Sievers in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ricklingen im Auftrag der Stadtverwaltung.

Richtig ist: Die Baubehörde hat über eine längere Nutzungszeit der Anlage nachgedacht. Immerhin schafft die Stadt mit einigem Aufwand mobile Baueinheiten für drei Gebäuderiegel und insgesamt 80 bis 110 Schlafplätze an. Und so richtig sicher ist sich bislang niemand, ob es nicht doch noch eine neue Einwanderungsbewegung geben wird. Die gäbe es dann, wenn die Türkei – derzeit in heftige politische Auseinandersetzungen mit der Europäischen Union verstrickt – ihre Grenzen für syrische Flüchtlinge öffnete. Und damit einen Vertrag mit der EU bräche. Die Stadt hat sich nun entschieden, am Standort Ricklingen zunächst die aktuelle Flüchtlingslage zu berücksichtigen. Die Wohnanlage kann frühestens ab April 2017 gebaut werden; vorher liegt die Baugenehmigung noch nicht vor. Im Herbst/Winter nächsten Jahres würde das Haus dann öffnen. Es bietet dann Schlafplätze für Menschen, die jetzt noch in Massen- und Notunterkünften leben.

Es bleibt das Problem des zu überbauenden Parkplatzes am Kneippweg. Von rund 290 Stellplätzen – schon jetzt in der Sommersaison viel zu wenig – bleiben nach dem Bau des Heims noch etwa 160 übrig. Ein generelles Parkverbot für Pferdeanhänger und Caravans, wie vom Bezirksrat vorgeschlagen, ist juristisch nicht durchsetzbar. Die Stadt hat keine Alternativvorschläge in petto. Anwohner und der Verein Aegir, der das benachbarte Ricklinger Freibad betreibt, befürchten in den kommenden Jahren während der Badesaison ein schlimmes Parkchaos.

Die CDU-Fraktion schlug vergeblich einen Kompromiss vor. Eingeklemmt zwischen der Straße An der Bauerwiese, dem Michaelisfriedhof und der Beeke liegt eine Brache. Vorgesehen ist dort irgendwann eine Bepflanzung mit Bäumen und Büschen. Die sollen das Grün ersetzen, das während der Arbeiten am neuen Ricklinger Deich in den vergangenen Jahren verschwand. „Für drei Jahre aber könnte diese Fläche temporär als Ersatzparkplatz hergerichtet werden“, sagte CDU-Fraktionschef Christian Weske. Das Geld soll aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt werden.

Die Bezirksratsmehrheit lehnte diese Idee ab. Die Stadt habe diese Möglichkeit schon geprüft, sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Michael Dette. Aber etwas anderes wäre vielleicht möglich: „An warmen Tagen könnte ein Buss-shuttle zwischen der Stadtbahnhaltestelle Beekestraße und dem Freibad eingerichtet werden.“ Das solle auch geprüft werden.

Zitat HAZ 18.12.2016

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